Gepflegte Hecke für Landschaft und Naturschutz

„Vorbereitung ist das A und O“, sagte Hans Fetzer. Der Fachmann für Landwirtschaft und Naturschutz vom Maschinenring Ulm-Heidenheim sprach gestern vor 150 Zuhörern über die Bedeutung von Feldgehölzen für die Landwirtschaft. Bevor an einer Feldhecke gearbeitet werde, gelte es zu klären, wem sie gehöre. Außerdem sollten alle geplanten Arbeiten unbedingt mit Naturschutz und Landschaftserhaltungsverband abgestimmt werden. Gebe es hier grünes Licht, liege die Kraft in der Ruhe. „Landschaftspflege muss nicht im Akkord passieren“, sagte der Fachmann. Man dürfe nicht wüten, sondern müsse mit ökologischem Augenmaß vorgehen. Dann profitierten alle von einer gepflegten Hecke. Sie bietet zahlreichen Tieren Unterschlupf, darunter vielen Insekten, die dank ihrer Bestäubungsarbeit bessere Ernteerträge garantieren. Eine solche Hecke sei ein Hort der Artenvielfalt, was einen wertvollen Beitrag zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bedeute.

Zahlreiche Gäste waren gestern nach Westerstetten gekommen, wo der Landschaftserhaltungsverband Alb-Donau-Kreis zum zweiten Mal seit seiner Gründung mit Vertretern von Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz einen Landschaftspflegetag organisiert hatte. Für die Teilnehmer drehte sich alles um die richtige Pflege von Feldgehölzen, in Theorie wie Praxis. „Landschaftspflege funktioniert am besten Hand in Hand“, sagte Landrat Heiner Scheffold zu den Teilnehmern. Landwirte, kommunale Bauhöfe und ehrenamtliche Naturschützer seien deshalb wertvolle Partner und „Verbündete“ des Landratsamts: Scheffold: „Ohne Ihre Hilfe wäre Landschaftspflege in dem Umfang, wie sie bei uns geleistet wird, nicht möglich.“

Der im Frühjahr 2014 gegründete Landschaftserhaltungsverband Alb-Donau-Kreis soll diese Bemühungen unterstützen. „Wir haben in kurzer Zeit viel erreicht“, sagte Scheffold. In den vergangenen Monaten seien durch den Landschaftserhaltungsverband 53 neue Verträge zur Flächenextensivierung – etwa selteneres Mähen von Wiesen – mit Landwirten abgeschlossen und 46 bestehende Verträge überarbeitet worden. Allein in diesem Jahr habe das Regierungspräsidium Tübingen mehr als 150 einzelne Arten- und Biotopschutzmaßnahmen im Landkreis mit insgesamt knapp 350?000?Euro bezuschusst. „All diese Aktivitäten zeigen, dass die drittelparitätische Zusammensetzung im Landschaftserhaltungsverband aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen absolut Sinn macht“, sagte Scheffold.

 

Gut gemeint und gut gemacht

Die an diesem Tag im Zentrum stehende Pflege von Feldhecken hob der Landrat als zentral für Landschaftspflege sowie Biotop- und Artenschutz hervor. Allerdings sei „in der Landschaftspflege gut gemeint nicht immer gut gemacht“. Nicht selten passierten aus bester Absicht Fehler, die zu Beschwerden oder gar Anzeigen führten. Der Landschaftspflegetag gab dafür Hilfestellung.

Nadine Kühnert vom Landschaftserhaltungsverband und Victoria Wieland von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sprachen vor den Teilnehmern über die richtige ökologische und ökonomische Pflege von Feldhecken. In Anschluss folgte eine Praxiseinheit rund um den alten Sportplatz am Westerstetter Ortsrand, wo Profis Einblicke in die „Feldheckenpflege auf richtig schwäbische Art“ gaben: „Bei allem Einsatz soll sich der Arbeits- und Kostenaufwand in vertretbaren Grenzen halten und trotzdem ein gutes Ergebnis für Natur und Landwirtschaft herauskommen“, sagte Heiner Scheffold über das Ziel der Veranstaltung.

 

Text und Foto: Amrei Groß von der Südwest Presse